Waschbär oder Siebenschläfer auf dem Dachboden? So unterscheiden Sie die Tiere
Waschbär oder Siebenschläfer auf dem Dachboden? Erfahren Sie, wie Sie Spuren und Geräusche unterscheiden und welche Maßnahmen jeweils erlaubt sind.

Nächtliches Poltern auf dem Dachboden kann vom Siebenschläfer oder vom Waschbären stammen, und der rechtliche Umgang ist sehr verschieden: Der Siebenschläfer ist geschützt und darf nicht bekämpft werden. Der Waschbär gilt als invasive Art und unterliegt dem Jagdrecht. Bei Waschbärkot ist zudem Vorsicht geboten, weil er Spulwurmeier enthalten kann. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Tiere einordnen und was Sie jeweils tun dürfen.
Das Wichtigste in Kürze
Siebenschläfer sind nachtaktiv, pfeifen, quieken und brummen. Sie sind geschützt, Jagen und Töten sind verboten.
Waschbären stehen nicht unter Naturschutz, sie unterliegen dem Jagdrecht und stehen auf der EU-Liste invasiver Arten.
Aussperren sollten Sie erst, wenn sicher keine Jungtiere im Haus sind.
Waschbärkot enthält laut Landkreis Esslingen Spulwurmeier. Beim Entfernen sind Schutzmaske, Handschuhe und Schutzbrille nötig.
Wer macht das Geräusch? Die Unterschiede im Überblick
Eine ausführliche Einordnung nach Geräuschen steht im Beitrag Geräusche in der Decke: Maus, Ratte, Marder oder Siebenschläfer?. Hier geht es um den Vergleich zwischen Waschbär und Siebenschläfer.
| Merkmal | Siebenschläfer | Waschbär |
|---|---|---|
| Aktivität | Nachtaktiv, Winterschlaf etwa von Mitte September bis Mai | Überwiegend nachtaktiv, meidet Lärm |
| Typische Laute | Pfeifen, Quieken, Brummen, nachts Poltern | In den verwendeten Quellen nicht näher beschrieben |
| Rechtlicher Status | Geschützt, Jagen, Verletzen und Töten verboten | Nicht besonders geschützt, Jagdrecht, invasive Art |
| Einstiege | Kann sich ganzjährig einnisten | Zerbrochene Fenster, Mauerrisse, offene Kamine |
| Gesundheit | Kot und Urin können verschmutzen, Risiko im Haus gering | Kot kann Spulwurmeier enthalten |
Der Siebenschläfer auf dem Dachboden
Laut Utopia ist der Siebenschläfer etwa 20 bis 30 Zentimeter groß, mit rundlichen Ohren, großen dunklen Augen, graubraunem Fell und buschigem Schwanz. Er ist nachtaktiv und hält hierzulande etwa von Mitte September bis Mai Winterschlaf. In warmen Gebäuden fällt der Winterschlaf oft kürzer aus. Nachts poltert er, besonders die Jungtiere. Er kann Dämmung, Holz und Elektroleitungen annagen. Kot und Urin können Gegenstände und Lebensmittel verschmutzen.
Der Siebenschläfer ist geschützt: Jagen, Verletzen und Töten sind verboten. Die Paarungszeit beginnt im Juni, danach folgen Nestbau und Aufzucht über mehrere Monate. Einnisten kann er sich aber das ganze Jahr über. Vor dem Aussperren muss sichergestellt sein, dass keine Jungtiere im Gebäude sind, denn sie überleben ohne Muttertier nicht. Mehr zum Vorgehen bei Siebenschläfern im Haus finden Sie auf der Leistungsseite.
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Der Waschbär auf dem Dachboden
Das Faltblatt des Landkreises Esslingen beschreibt Waschbären als überwiegend nachtaktiv und lärmscheu. Als Kulturfolger kommen sie gern in die Nähe von Siedlungen. Sie nutzen Dachböden, Gartenhütten und leerstehende Gebäude als Unterschlupf und finden Einstiege durch zerbrochene Fenster, Mauerrisse und offene Kamine.
Rechtlich gilt: Waschbären stehen laut t-online nicht unter Naturschutz und gelten als invasive, gebietsfremde Art. Sie stehen seit 2016 auf der EU-Liste invasiver Arten. Die Jagd regeln die Landesjagdgesetze, und die Schonzeiten unterscheiden sich. Im Wohngebiet ruht die Jagd teils. Nach dem Landkreis Esslingen ist Fallenjagd im befriedeten Bezirk nur zulässig, wenn andere Vergrämungsmaßnahmen erfolglos waren, und der Eigentümer muss dafür bei der Jagdbehörde einen Antrag stellen. Die Elterntiere dürfen bis zur Selbstständigkeit der Jungtiere nicht bejagt werden. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.
Gesundheit: Vorsicht bei Waschbärkot
Der Waschbär-Spulwurm ist laut Landkreis Esslingen die Hauptgefahr. Beim Beseitigen von Kot sind Schutzmaske, Handschuhe und Schutzbrille nötig, Geräte sind mit kochendem Wasser zu desinfizieren. Kinder und Haustiere sollten fernbleiben, und Hunde und Katzen sollten regelmäßig entwurmt werden. Bei Siebenschläfern ist das Risiko im Haus laut Utopia gering. Auch dort gilt: Kot nicht ungeschützt anfassen und nach Kontakt Hände waschen.
Was Sie tun können
Tier bestimmen. Achten Sie auf Geräusche, Kot und Einstiege. Machen Sie Fotos.
Jahreszeit beachten. Prüfen Sie, ob Jungtiere im Haus sein können. Dann nicht aussperren.
Einstiege schließen. Verschließen Sie Einstiegslöcher und entfernen Sie Aufstiegshilfen wie Äste (Landkreis Esslingen).
Futterquellen beseitigen. Kein Futter im Freien, Mülltonnen sichern, Fallobst aufsammeln.
Vergrämen. Licht, Lärm oder Ultraschall, dauerhaft, bis die Schlupflöcher geschlossen sind. Beim Siebenschläfer nennt Utopia starke Gerüche wie Essig oder Eukalyptusöl.
Behörde einbeziehen. Bei Waschbären kann ein Wildtierbeauftragter oder die Jagdbehörde helfen.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Hilfe ist sinnvoll, wenn Sie nicht sicher sind, welches Tier im Dach sitzt, wenn Jungtiere vermutet werden oder wenn Kot und Schäden an Dämmung und Leitungen auftreten. Fachleute für Waschbären vertreiben und das Haus sichern prüfen Einstiege und beraten zum rechtlich zulässigen Vorgehen. Auch bei einem möglichen Marder im Dach hilft die Einordnung durch Fachleute. Einen Überblick über das gesamte Angebot für professionelle Schädlingsbekämpfung finden Sie auf der Startseite.
Häufige Fragen zu Waschbär und Siebenschläfer
Darf ich einen Siebenschläfer fangen?
Er ist geschützt. Laut Utopia dürfen gefangene Tiere nur mit einer Lebendfalle eingefangen und mindestens 20 Kilometer entfernt ausgesetzt werden. Klären Sie das vorher mit der Behörde, ob und wie das in Ihrem Bundesland erlaubt ist.
Darf ich einen Waschbären selbst bekämpfen?
Nein. Die Bejagung liegt bei Jagdausübungsberechtigten nach Landesrecht. Im Wohngebiet ist Fallenjagd nur unter engen Voraussetzungen möglich.
Wann hält der Siebenschläfer Winterschlaf?
Hierzulande etwa von Mitte September bis Mai. In warmen Gebäuden fällt er oft kürzer aus, so Utopia.
Ist Waschbärkot gefährlich?
Er kann Spulwurmeier enthalten. Tragen Sie beim Entfernen Maske, Handschuhe und Schutzbrille, oder lassen Sie Fachleute arbeiten.
Wann darf ich Einstiege verschließen?
Erst, wenn sicher keine Tiere und keine Jungtiere im Haus sind. Sonst verhungern die Jungen.
Wenn Sie unsicher sind, welches Tier auf Ihrem Dachboden lebt, können Sie sich über die Kontaktseite von Schädlingsexperte24 melden. Fotos von Kot, Spuren und Einstiegen erleichtern die Einschätzung.