Tauben vom Balkon vertreiben: Was erlaubt ist und was wirklich hilft
Tauben auf dem Balkon? Erfahren Sie, welche Abwehrmaßnahmen erlaubt und wirksam sind, was Sie vermeiden sollten und wie Sie Ihren Balkon dauerhaft schützen.

Tauben auf dem Balkon lassen sich am besten fernhalten, wenn sie nicht landen oder brüten können. Das gelingt mit engmaschigen, gut gespannten Netzen oder mit dicht gesetzten Vorrichtungen, kombiniert mit Sauberkeit und dem Verzicht auf Fütterung. Pasten und Klebesprays sind dagegen nicht erlaubt, und an aktiven Brutplätzen darf nicht vergrämt werden. Dieser Ratgeber zeigt, welche Maßnahmen zulässig und sinnvoll sind.
Das Wichtigste in Kürze
Vogelabwehrpasten und Klebesprays sind nicht erlaubt, weil das Tierschutzgesetz Wirbeltieren Schmerzen und Leiden untersagt.
Netze müssen engmaschig und gut gespannt sein, damit sich Vögel nicht darin verfangen.
Locker verteilte Spikes können sogar zum Nestbau einladen. Tierschützer halten Spikes zudem für nicht tierschutzkonform.
Tauben gewöhnen sich an Abschreckung. Am besten werden mehrere Maßnahmen kombiniert.
Warum Tauben immer wieder zurückkommen
Nach dem ZDFheute-Ratgeber können Tauben bis zu achtmal im Jahr brüten, jeweils mit zwei Jungen. Sie sind standorttreu und kehren an einen einmal gewählten Nistplatz zurück. Deshalb lohnt es sich, früh zu handeln, bevor ein Nest entsteht. Kleine Zweige und Nistmaterial sollten Sie regelmäßig entfernen und mögliche Nistplätze verschließen.
Auch Futter spielt eine Rolle. Essensreste und Krümel sollten nicht draußen liegen bleiben, weil sie Tauben anlocken. Das Füttern ist nicht generell verboten, Kommunen können aber Fütterungsverbote aussprechen. Fragen Sie bei Ihrer Stadt nach.
Welche Maßnahmen helfen, welche nicht
| Maßnahme | Wirkung laut Quelle | Wichtig zu wissen |
|---|---|---|
| Taubennetz | Verhindert das Landen auf dem Balkon, wenn es richtig montiert ist | Engmaschig und gut gespannt, sonst können sich Vögel verfangen |
| Spikes | Wirken nur, wenn die Stacheln so dicht stehen, dass Tauben nicht landen können | Locker verteilte Spikes laden zum Nestbau ein. Tierschützer halten sie für nicht tierschutzkonform. |
| Windspiele und reflektierende Teile | Gelten als wirksamer als Rabenattrappen | Tauben gewöhnen sich an Abschreckung, daher kombinieren |
| Rabenattrappen | Werden von Tauben schnell durchschaut | Allein wenig sinnvoll |
| Pasten und Klebesprays | Nicht erlaubt | Verstoß gegen das Tierschutzgesetz |
Straßentauben: Rechtlich und tierschutzrechtlich
Straßentauben unterliegen laut ZDFheute zwar nicht dem Artenschutz, tierschutzrechtliche Vorgaben gelten aber trotzdem. Das heißt: Verletzen oder quälen dürfen Sie die Tiere nicht. Nach dem Schreiben der Tierschutzbeauftragten sollte Vergrämung nicht an aktiven Brutstätten erfolgen. Wenn bereits ein Nest mit Eiern oder Küken vorhanden ist, klären Sie das Vorgehen deshalb vorab mit der Unteren Naturschutzbehörde oder mit Fachleuten.
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Taubenkot und Gesundheit
Taubenkot verschmutzt Balkone, Fensterbänke und Fassaden. Aus Vorsicht sollten Sie bei der Reinigung Handschuhe tragen und Staub möglichst nicht aufwirbeln. Zur Gesundheitsgefahr gehen die Einschätzungen auseinander. Ein Schreiben der Tierschutzbeauftragten verweist darauf, dass Studien keine erhebliche Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit durch Tauben zeigen. Zur Vogelgrippe heißt es dort, eine Übertragung sei wegen geringer Virusausscheidung unwahrscheinlich. Bei Beschwerden nach dem Kontakt mit Kot oder Nestern sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Milben aus Vogelnestern können außerdem in Wohnungen gelangen. Mehr dazu unter Milben bestimmen und bekämpfen.
Langfristig: betreute Taubenschläge
Als langfristige Lösung gelten laut ZDFheute betreute Taubenschläge, in denen Tauben artgerecht gefüttert werden und unter Aufsicht brüten. Dort werden die Eier durch Plastikeier ersetzt, um die Population zu reduzieren. Bei einer Taubenplage empfiehlt der Ratgeber den Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde. Sie kann Auskunft über offizielle Fütterungsstellen geben und nimmt Hinweise aus der Bevölkerung entgegen.
Schritt für Schritt: So gehen Sie vor
Nistplätze prüfen. Entfernen Sie Zweige und Nistmaterial, bevor ein Nest entsteht.
Futterquellen beseitigen. Lassen Sie keine Essensreste draußen liegen.
Flächen sichern. Setzen Sie bei Bedarf ein engmaschiges, gut gespanntes Netz ein.
Maßnahmen kombinieren. Ergänzen Sie visuelle Abschreckung durch bauliche Maßnahmen.
Behörde einbeziehen. Bei einer größeren Taubenplage hilft die Untere Naturschutzbehörde.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Hilfe ist sinnvoll, wenn Sie Netze an schwer zugänglichen Stellen anbringen müssen, wenn Tauben bereits brüten oder wenn Kotreinigung und Montage in der Höhe anstehen. Fachleute für Taubenabwehr am Balkon und an der Fassade montieren Systeme und beraten zu tierschutzgerechten Lösungen. Einen Überblick über das gesamte Angebot für professionelle Schädlingsbekämpfung finden Sie auf der Startseite.
Welche Faktoren die Kosten beeinflussen, erklärt der Ratgeber Was kostet ein Kammerjäger. Bei Mietwohnungen sollten Sie vor baulichen Veränderungen mit der Vermietung sprechen.
Häufige Fragen zu Tauben auf dem Balkon
Darf ich Tauben vom Balkon vertreiben?
Ja, mit tierschutzkonformen Methoden. Pasten und Klebesprays sind nicht erlaubt, und an aktiven Brutplätzen sollten Sie nicht vergrämen.
Sind Spikes gegen Tauben sinnvoll?
Nur, wenn sie dicht genug stehen. Locker verteilte Spikes können zum Nestbau einladen. Tierschützer halten sie wegen möglicher Verletzungen für nicht tierschutzkonform.
Wie oft brüten Tauben?
Nach ZDFheute bis zu achtmal im Jahr, jeweils mit zwei Jungen. Sie kehren zu ihrem Nistplatz zurück.
Darf ich Tauben füttern?
Nicht generell verboten, aber Kommunen können Fütterungsverbote aussprechen. Fütterung lockt Tauben an feste Plätze.
An wen wende ich mich bei einer Taubenplage?
An die Untere Naturschutzbehörde. Sie kann Auskunft über offizielle Fütterungsstellen und betreute Taubenschläge geben.
Wenn Sie unsicher sind, welche Lösung für Ihren Balkon passt, können Sie sich über die Kontaktseite von Schädlingsexperte24 melden. Fotos von Balkon, Nistplätzen und Kotstellen erleichtern die Einschätzung.