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Kleidermotten im Schrank: Woher sie kommen und was wirklich hilft

Kleidermotten im Schrank? Erfahren Sie, wie Sie Falter, Larven und Fraßspuren erkennen, befallene Textilien behandeln und Kleidermotten dauerhaft loswerden.

S24Von der Redaktion Schädlingsexperte24Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit
Kleidermotten im Schrank: Woher sie kommen und was wirklich hilft

Kleidermotten gelangen meist mit befallenen Textilien in die Wohnung, etwa mit Second-Hand-Wolle, Decken oder Teppichen. Sie bleiben dann oft lange unentdeckt, bis kleine Löcher in Pullovern oder Teppichen auftauchen. Was wirklich hilft: befallene Teile waschen oder einfrieren, Schränke gründlich saugen und auswischen, Wolle luftdicht lagern und mit Pheromonfallen kontrollieren. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie Kleidermotten erkennen und wie Sie vorgehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Den Schaden verursachen die Larven. Die erwachsenen Falter fressen laut Umweltbundesamt nichts.

  • Betroffen sind keratinhaltige Materialien wie Wolle, Haare und Federn. Baumwolle und andere pflanzliche Fasern werden nicht befallen.

  • Meist werden Kleidermotten mit befallenen Textilien eingeschleppt. Ein Zuflug von außen ist in warmen Monaten möglich, aber weniger wahrscheinlich.

  • Für den Menschen sind laut Umweltbundesamt keine Gesundheitsrisiken bekannt. Es handelt sich um Materialschädlinge.

Woran Sie Kleidermotten erkennen

Das Umweltbundesamt beschreibt den Falter der Kleidermotte als bis zu 1 Zentimeter lang, mit einfarbig gelbem bis bräunlichem Körper und ebenso gefärbten Vorderflügeln. Die Larven sind weißgelblich mit brauner Kopfkapsel und etwa 9 Millimeter lang. Sie spinnen einen röhrenartigen Köcher, in dem sie leben und sich verpuppen.

Im Alltag fallen meist die Spuren zuerst auf:

  • Fraßlöcher: kleine, unregelmäßige Löcher, die über das ganze Textilstück verteilt sein können

  • Kotbröckchen: meist in der Farbe des befallenen Gewebes. Sie werden manchmal mit Eiern verwechselt.

  • Gespinströhren der Larven an Wolle, Teppichrändern oder Schrankböden

  • Falter im Schrank oder in dessen Nähe

Woher kommen Kleidermotten?

Nach Angaben des Umweltbundesamts ist das Einschleppen mit befallenen Textilien der wahrscheinlichste Weg. Dazu zählen gebrauchte Kleidung, Decken, Polster und Teppiche. Zuflug von außen ist in warmen Monaten möglich.

Kleidermotten bevorzugen warme, geschützte und dunkle Stellen, zum Beispiel Kleiderschränke und Truhen. Auch Wollteppiche sind betroffen, vor allem an dunklen Stellen unter Schränken. Als Nahrung dienen zudem Wollflusen und Haare, etwa in Dielenspalten oder in Haustierbetten. Optimal entwickeln sie sich bei etwa 24 °C und mindestens 75 Prozent Luftfeuchtigkeit. Unter 15 °C, über 30 °C und bei Trockenheit ist die Entwicklung ungünstig.

Kleidermotten, Lebensmittelmotten oder Teppichkäfer?

Nicht jeder Falter im Haus ist eine Kleidermotte. Die Unterscheidung gelingt am besten über den Fundort und die Schäden.

MerkmalKleidermotteLebensmittelmotteTeppichkäfer-Larve
FundortKleiderschrank, Truhe, TeppichVorratsschrank, KücheTeppich, Sockelleisten, Schrank
FrisstWolle, Haare, FedernMehl, Müsli, Nüsse, Trockenfutter und ähnliche VorräteTierische Materialien wie Wolle, Pelz, Seide
SchadbildKleine, unregelmäßige Löcher, Köcher und KotbröckchenGespinste und Larven in LebensmittelnEher größere Löcher, behaarte Larven und Häutungsreste

Wer im Vorratsschrank statt im Kleiderschrank Falter und Gespinste findet, liest besser den Beitrag Lebensmittelmotten erkennen und loswerden. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass Mottenlarven viele kleine Löcher hinterlassen, Teppichkäferlarven eher größere. Bei Verdacht auf Käferlarven hilft der Blick auf Teppichkäfer in Teppich und Schrank.

Kleidermotten bekämpfen: Das hilft wirklich

  1. Schrank ausräumen. Prüfen Sie jedes Stück auf Löcher, Köcher und Kotbröckchen.

  2. Waschen. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, Kleidung zu waschen und möglichst in der Sonne zu trocknen, da Sonnenlicht Larven und Eier austrocknet. Wolle und Seide waschen Sie mit dem Wollprogramm und passendem Waschmittel.

  3. Nicht waschbares einfrieren. Das Umweltbundesamt nennt mindestens −19 °C über mindestens 36 Stunden und empfiehlt, das über mehrere Wochen zu wiederholen.

  4. Schrank saugen und auswischen. Saugen Sie Schränke, Truhen, Fugen, Ritzen und Fußleisten gründlich ab und wischen Sie danach mit Essigwasser aus.

  5. Fugen erwärmen. Bei hitzebeständigen Materialien können Sie schwer zugängliche Stellen mit einem Föhn erwärmen, ohne ihn zu überhitzen.

  6. Teppiche behandeln. Saugen Sie Teppichritzen regelmäßig. Besonders dunkle Stellen unter Schränken sind gefährdet.

  7. Pheromonfallen aufstellen. Sie locken nur männliche Falter an. Das Umweltbundesamt empfiehlt, sie an mehreren Stellen in Schränken und Truhen aufzustellen. Sie dienen auch der Erfolgskontrolle nach der Bekämpfung.

Schlupfwespen-Kärtchen können eine Ergänzung sein. Sie müssen laut Umweltbundesamt über mehrere Monate mehrfach erneuert werden. Räumen Sie den Schrank vorher auf und reinigen Sie ihn.

Was gegen Kleidermotten nicht reicht

  • Lavendel, Zedernholz und Nelken. Das Umweltbundesamt sagt, sie können ergänzend helfen, schrecken Motten aber nicht hundertprozentig ab. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW wirken sie bei bestehendem Befall nicht. Duftsäckchen sollten etwa alle drei Monate erneuert werden. Wer auf Duftstoffe allergisch reagiert, sollte vorsichtig sein.

  • Pappe, Papier und Stoffbeutel. Sie schützen Kleidung laut Verbraucherzentrale NRW nicht ausreichend.

  • Insektizide ohne Beratung. Das Umweltbundesamt rät, Biozide möglichst zu vermeiden und sich vor einem Einsatz fachlich beraten zu lassen. Die Verbraucherzentrale NRW warnt zudem, dass Pyrethroide in Innenräumen lange haften und für Katzen tödlich sein können.

Kleidermotten vorbeugen

Waschen Sie Wollsachen vor dem Einlagern, denn getragene Kleidung und benutzte Wolldecken ziehen Motten besonders an. Lagern Sie gewaschene und gut getrocknete Wolle, Seide und Daunen in luftdicht schließenden Vakuumbeuteln aus Kunststoff. Prüfen Sie Schränke und Truhen regelmäßig und saugen Sie Wollflusen und Haare aus Ritzen. Insektenschutzgitter an Fenstern halten fliegende Insekten fern. Bringen Sie gebrauchte Textilien und Teppiche nicht ungeprüft in den Schrank.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Hilfe ist sinnvoll, wenn der Befall nach mehreren Wochen nicht nachlässt, wenn Teppiche und Polster betroffen sind oder wenn Sie die Quelle nicht finden. Fachleute für Kleidermotten bekämpfen und Befallsherde in Schrank und Teppich behandeln suchen die Herde systematisch und kontrollieren den Erfolg. Einen Überblick über das gesamte Angebot für professionelle Schädlingsbekämpfung finden Sie auf der Startseite.

Welche Faktoren die Kosten beeinflussen und wer in einer Mietwohnung zahlt, erklärt der Ratgeber Was kostet ein Kammerjäger. Eine feste Regel gibt es nicht, es kommt auf den Einzelfall an.

Häufige Fragen zu Kleidermotten

Sind Kleidermotten gefährlich?

Für den Menschen sind nach Angaben des Umweltbundesamts keine Gesundheitsrisiken bekannt. Die Larven schädigen Textilien, die erwachsenen Falter nehmen laut Umweltbundesamt keine Nahrung auf.

Befallen Kleidermotten auch Baumwolle?

Nach dem Umweltbundesamt werden pflanzliche Fasern wie Baumwolle nicht befallen. Bei Mischgeweben mit Wolle sind die Wollanteile aber ein mögliches Ziel, und auch Haare und Wollflusen dienen als Nahrung. Prüfen Sie deshalb Stücke, die neben befallener Wolle gelegen haben.

Können Kleidermotten von draußen hereinfliegen?

In warmen Monaten ist ein Zuflug möglich. Wahrscheinlicher ist laut Umweltbundesamt aber das Einschleppen mit befallenen Textilien. Ein Insektenschutzgitter hilft gegen den Zuflug, nicht gegen eingeschleppte Larven.

Wie lange dauert es, bis die Motten weg sind?

Das hängt von Befall und Maßnahmen ab. Pheromonfallen helfen, den Erfolg zu prüfen: Fangen sie über Wochen keine Falter mehr, spricht das für Erfolg. Die Maßnahmen müssen aber mehrere Wochen konsequent wiederholt werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob Kleidermotten oder andere Tiere an Ihren Textilien fressen, können Sie sich über die Kontaktseite von Schädlingsexperte24 melden. Fotos von Löchern, Larven und Kotbröckchen erleichtern die Einschätzung.

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Redaktion Schädlingsexperte24

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