Kellerasseln im Haus: Warum sie auftreten und was wirklich hilft
Kellerasseln im Haus? Erfahren Sie, warum die Tiere auf zu hohe Feuchtigkeit hinweisen, wie Sie die Ursache finden und Kellerasseln dauerhaft fernhalten.

Kellerasseln im Haus: Warum sie auftreten und was wirklich hilft
Kellerasseln sind landbewohnende Krebstiere, keine Insekten. Sie brauchen Feuchtigkeit, und ihr Auftreten im Haus ist laut Umweltbundesamt meist ein Hinweis auf zu hohe Feuchtigkeit in Keller oder Wohnung. Die Tiere selbst sind nicht gesundheitsgefährlich und keine Materialschädlinge. Wer sie dauerhaft loswerden will, muss deshalb die Feuchtigkeit senken. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie Kellerasseln erkennen und was Sie tun können.
Das Wichtigste in Kürze
Kellerasseln sind 16 bis 20 Millimeter lang, grau bis braungrau, oval und flach.
Sie gelten nicht als gesundheitsgefährlich und nicht als Materialschädlinge.
Ihr Auftreten weist auf Feuchtigkeit hin, die auch Schimmelpilze begünstigt.
Nachhaltig hilft laut Umweltbundesamt nur, die Luftfeuchtigkeit zu senken. Chemische Bekämpfung wird abgeraten.
Woran Sie Kellerasseln erkennen
Das Umweltbundesamt beschreibt Kellerasseln als landbewohnende Krebstiere mit ovalem, flachem Körper. Sie sind 16 bis 20 Millimeter lang, haben sieben Laufbeinpaare und einen grauen bis braungrauen Panzer. Sie atmen über Kiemen und brauchen deshalb feuchte, dunkle Orte wie Keller. Dort verstecken sie sich meist unter Gegenständen.
Wer statt grauer, ovaler Krebstiere eher schmale, silbrige Tiere findet, liest besser den Beitrag Silberfische im Bad: Ursachen und Bekämpfung.
Warum Kellerasseln ins Haus kommen
Der Körper der Kellerassel trocknet leicht aus, da der Außenpanzer keine wasserabweisende Wachsschicht hat. Daher suchen sie feuchte Orte. Sie ernähren sich vor allem von abgestorbenen organischen Stoffen wie morschem, pilzbefallenem Holz und abgestorbenen Pflanzenteilen. Im Kompost sind sie laut Umweltbundesamt wichtige Humusbildner. Gelegentlich fressen sie an feucht gelagerten Vorräten wie Kartoffeln oder Äpfeln. Wo viele Kellerasseln auftreten, ist es also meist zu feucht, und es gibt Nahrung.
Typische Ursachen im Haus
Nach Plantura kommen als Ursachen unter anderem Wasserschäden, aufsteigende Feuchtigkeit, undichte Kellerwände, falsches Lüften, feuchte Wäsche und feuchte Vorräte oder Abfälle infrage. Auch eingelagerte Kübelpflanzen mit feuchtem Substrat kommen vor. Ab etwa 70 Prozent Luftfeuchtigkeit fühlen sich Asseln laut Plantura wohl. Solche dauerhaft feuchte Luft schadet auch der Bausubstanz und gilt daher als Warnsignal.
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Sind Kellerasseln gefährlich?
Nein. Das Umweltbundesamt betont, dass Kellerasseln nicht gesundheitsgefährlich sind und nicht als Materialschädlinge gelten. Bei massenhaftem Auftreten können sie lästig sein. Ihr Vorkommen weist allerdings auf Feuchtigkeit hin, die Schimmelpilze begünstigt, und Schimmel kann gesundheitsschädlich sein. Prüfen Sie deshalb auch Wände, Ecken und Fugen.
Was gegen Kellerasseln hilft
Das Umweltbundesamt rät, die Ursache zu beseitigen statt die Tiere zu bekämpfen:
Richtig lüften. Stoßlüften Sie zwei- bis dreimal täglich.
Feuchte Wäsche nicht in schlecht belüfteten Räumen trocknen.
Feuchtes trocken halten. Badematten trocknen, Wände nach dem Duschen abziehen.
Bauliche Mängel beheben, die Feuchtigkeit verursachen.
Blumentöpfe so aufstellen, dass sich darunter kein Wasser sammelt.
Abdichten. Fliegengitter an Kellerfenstern halten sie ab, und Risse, Fugen und Löcher in Wänden, Böden und Tapeten sollten geschlossen werden.
Keine organischen Abfälle im Keller lagern.
Lüften Schritt für Schritt
Plantura empfiehlt, anfangs zwei- bis dreimal täglich fünf bis zehn Minuten stoßzulüften, möglichst bei kühlen Außentemperaturen. Danach kann einmal täglich etwa 15 Minuten reichen. In Räumen ohne ausreichende Lüftung sollten Sie keine Wäsche trocknen und keine feuchten Vorräte lagern. Obst und Gemüse lagern Sie besser in Netzen oder erhöht in gut belüfteten Kisten und sortieren Faulendes regelmäßig aus.
Was Sie besser lassen
Vom Einsatz von Bioziden rät das Umweltbundesamt ab. Chemische Bekämpfung sorgt nicht für nachhaltigen Erfolg, solange die Feuchtigkeit bleibt. Einzelne Tiere abzusammeln und wegzukehren hilft nur kurzfristig, wenn neue Tiere nachkommen. Wichtig ist, die Feuchtigkeitsquelle zu finden, zum Beispiel undichte Wände oder schlechte Belüftung. Plantura nennt auch Hausmittel und Fallen, etwa feuchte Tücher, unter denen sich Asseln sammeln und die man nach draußen bringt. Deren Wirkung ist laut Plantura besser, wenn zuvor die Feuchtigkeitsursache beseitigt wurde. Für vertreibende Hausmittel wie Backpulver, Zimt oder Salbei ist die Wirkung nach demselben Artikel unsicher, sie ersetzen im Haus nicht die Ursachenbekämpfung.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Hilfe ist sinnvoll, wenn Vorsorge und risikoarme Maßnahmen nicht ausreichen. Das Umweltbundesamt empfiehlt in diesem Fall eine sachkundige Schädlingsbekämpfungsfirma. Fachleute für Kellerasseln bekämpfen und Feuchtigkeitsquellen finden prüfen Zugänge, Verstecke und Ursachen. Bei Feuchteschäden oder Schimmel an der Bausubstanz kann zusätzlich eine bauliche Klärung nötig sein. Einen Überblick über das gesamte Angebot für professionelle Schädlingsbekämpfung finden Sie auf der Startseite.
Welche Faktoren die Kosten beeinflussen, erklärt der Ratgeber Was kostet ein Kammerjäger.
Häufige Fragen zu Kellerasseln
Sind Kellerasseln Insekten?
Nein. Das Umweltbundesamt beschreibt sie als landbewohnende Krebstiere mit sieben Laufbeinpaaren. Sie atmen über Kiemen.
Sind Kellerasseln schädlich?
Nach dem Umweltbundesamt gelten sie nicht als Materialschädlinge und nicht als gesundheitsgefährlich. Gelegentlich fressen sie feucht gelagerte Vorräte wie Kartoffeln oder Äpfel.
Warum habe ich Kellerasseln im Haus?
Meist ist es zu feucht. Ihr Auftreten zeigt laut Umweltbundesamt zu hohe Feuchtigkeit in Wohnung oder Keller an.
Wie werde ich Kellerasseln dauerhaft los?
Nachhaltig hilft nur, die Luftfeuchtigkeit zu senken und die Lagerung von Lebensmitteln zu ändern, so das Umweltbundesamt. Ergänzend können Sie Fliegengitter anbringen und Risse und Fugen schließen.
Sind Kellerasseln im Garten nützlich?
Ja. Das Umweltbundesamt beschreibt sie im Kompost als wichtige Humusbildner. Im Haus dagegen zeigen sie vor allem Feuchtigkeit an.
Soll ich Insektengift gegen Kellerasseln einsetzen?
Davon rät das Umweltbundesamt ab. Reichen Vorsorge und risikoarme Alternativen nicht aus, sollten Sie eine sachkundige Firma hinzuziehen.
Wenn Sie unsicher sind, ob es Kellerasseln oder andere Tiere sind, oder wenn die Feuchtigkeit nicht nachlässt, können Sie sich über die Kontaktseite von Schädlingsexperte24 melden. Fotos der Tiere und der feuchten Stellen erleichtern die Einschätzung.