Holzwurm erkennen und bekämpfen: Aktiver Befall oder alte Löcher?
Holzwurm im Holz? Erfahren Sie, woran Sie einen aktiven Befall erkennen, wie Sie alte Löcher richtig einordnen und wann professionelle Hilfe nötig ist.

Kleine runde Löcher im Holz bedeuten nicht automatisch, dass der Holzwurm noch aktiv ist. Als „Holzwurm“ bezeichnet man meist die Larve des Gemeinen Nagekäfers. Viele Löcher in alten Möbeln und Balken stammen von längst abgeschlossenem Befall. Das Umweltbundesamt weist aber darauf hin, dass sich alter und aktiver Befall optisch oft nicht sicher unterscheiden lassen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Hinweise auf aktiven Befall deuten, wie Sie andere Holzschädlinge abgrenzen und wann ein Fachbetrieb oder Sachverständiger nötig ist.
Das Wichtigste in Kürze
Der Holzwurm ist ein Materialschädling. Das Umweltbundesamt nennt keine Gesundheitsrisiken.
Typisch sind Schlupflöcher von etwa 1 bis 2 Millimetern. Austretendes Bohrmehl, tote Käfer in den Löchern und verstopfte Fraßgänge sprechen für aktiven Befall.
Allein am Schadbild lässt sich aktiver Befall nicht sicher bestimmen. Hilfreich ist eine Bestimmung durch Sachverständige.
Bei tragenden Holzteilen sollten Sachverständige die Statik prüfen. Die Bekämpfung gehört laut Umweltbundesamt in die Hand einer Fachfirma nach DIN 68800 Teil 4.
Was ist der Holzwurm?
Das Umweltbundesamt beschreibt den Gemeinen Nagekäfer als 3 bis 5 Millimeter langen, dunkelbraunen bis schwärzlichen Käfer. Die weißen bis gelblichen Larven werden bis zu 7 Millimeter lang. Sie fressen im Holz, meist im Splintholz von Nadel- und Laubholz. Das Kernholz meiden sie. Auch altes Holz wird befallen.
Die Entwicklung dauert im Mittel etwa zwei Jahre, bei altem, nährstoffarmem Holz bis zu zehn Jahre. Deshalb bleibt ein Befall oft lange unbemerkt.
Wo und warum Holzwürmer auftreten
Die Larven brauchen laut Umweltbundesamt mindestens 10 bis 12 Prozent Holzfeuchte oder eine relative Luftfeuchte von mindestens 60 Prozent. Das Temperaturoptimum liegt bei 22 bis 23 °C. Bevorzugt werden kühle, ungeheizte Räume wie Keller, Scheunen oder alte Kirchen. Beheizte Räume und sonnige Dachböden sind meist zu trocken. Häufig betroffen sind daher gebrauchte Möbel, Balken im Keller und Holz in feuchten Räumen.
Aktiver Befall oder alte Löcher? Das sind die Hinweise
Nach Angaben des Umweltbundesamts sprechen diese Merkmale für aktiven Befall:
Schlupflöcher, aus denen Bohrmehl austritt
Fraßgänge von bis zu 2 Millimetern Breite, teils mit Kot verstopft
tote Käfer in den Schlupflöchern
ein starker Geruch nach Holundermark oder Rhabarber
Prüfen Sie außerdem, ob in den Folgewochen immer wieder neues Bohrmehl unter den Löchern liegt. Saugen Sie dazu altes Mehl weg und legen Sie dunkles Papier unter die Stelle. Das ist ein einfacher Hinweis, aber kein Beweis. Die sichere Einschätzung liefert nach Angaben des Umweltbundesamts nur die Bestimmung von Larven, Puppen oder Käfern durch Sachverständige.
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Holzwurm, Hausbock oder Splintholzkäfer?
Nicht jedes Loch im Holz stammt vom Gemeinen Nagekäfer. Die Lochgröße gibt einen ersten Hinweis. Laut Utopia unterscheiden sich die Arten so:
| Merkmal | Gemeiner Nagekäfer | Hausbock | Brauner Splintholzkäfer |
|---|---|---|---|
| Loch-Durchmesser | 1 bis 2 mm | 5 bis 10 mm | 0,8 bis 2 mm |
| Befallenes Holz | Weiches Splintholz von Nadel- und Laubholz, kühl und feucht | Vor allem Splintholz von Nadelholz | Stärkehaltige Laubhölzer wie Eiche, auch sehr trockenes Holz |
| Hinweise | Rieselndes Bohrmehl, hörbare Fraßgeräusche | Hörbare Nagegeräusche | Weniger Bohrmehl als beim Holzwurm |
Weil der Hausbock größere Schäden anrichten kann, sollten Sie bei Löchern über etwa 5 Millimetern nicht abwarten, sondern Sachverständige hinzuziehen. Geräusche im Dachstuhl stammen nicht immer von Käferlarven. Auch Tiere kommen infrage, zum Beispiel Marder im Dach. Und wer in der Wohnung andere Käfer oder behaarte Larven findet, liest besser den Beitrag Speckkäfer in der Wohnung. Sie fressen tierische Materialien, kein Holz.
Was Sie bei Befall tun können
Befall eingrenzen. Prüfen Sie nahe Hölzer und markieren Sie auffällige Stellen. Fotografieren Sie Löcher und Bohrmehl.
Feucht vermeiden. Das Umweltbundesamt rät, befallene Gegenstände warm und trocken in einen zentral beheizten Wohnraum zu stellen, weil die Larven durch zunehmende Trockenheit absterben. Nicht feucht reinigen.
Kleine Gegenstände erhitzen. Das Umweltbundesamt nennt für kleine Gegenstände eine Erhitzung auf 55 °C über mehrere Stunden. Danach können Sie die Löcher mit Wachs verschließen.
Tragende Teile prüfen lassen. Bei Balken, Dachstuhl oder Treppen sollte ein Sachverständiger die Statik beurteilen.
Fachfirma beauftragen. Die Bekämpfung sollte laut Umweltbundesamt eine Fachfirma nach DIN 68800 Teil 4 übernehmen.
Holzschutzmittel aus dem Baumarkt sollten Sie nicht auf Verdacht auftragen. Bei erloschenem Befall ist die Behandlung unnötig. Lassen Sie sich vor dem Einsatz fachlich beraten.
Holzwurm vorbeugen
Das Umweltbundesamt empfiehlt, Holzbalken und Holzgegenstände regelmäßig zu kontrollieren. Heizen und Nutzung der Räume verschlechtern die Lebensbedingungen des Käfers. Achten Sie auf trockene, gut belüftete Räume und beseitigen Sie Feuchtequellen. Prüfen Sie gebrauchte Möbel vor dem Kauf auf frisches Bohrmehl, bevor sie in die Wohnung kommen.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Hilfe ist sinnvoll, wenn Sie aktiven Befall vermuten, wenn tragende Holzteile betroffen sind oder wenn Sie nicht sicher sind, welcher Schädling im Holz sitzt. Fachleute für Holzwurm bekämpfen und Befall prüfen klären zunächst, ob der Befall noch aktiv ist. Einen Überblick über das gesamte Angebot für professionelle Schädlingsbekämpfung finden Sie auf der Startseite.
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Häufige Fragen zum Holzwurm
Wie erkenne ich, ob der Holzwurm noch aktiv ist?
Hinweise sind austretendes Bohrmehl, tote Käfer in den Löchern, verstopfte Fraßgänge und ein Geruch nach Holundermark oder Rhabarber. Sicher bestimmen können das nach Angaben des Umweltbundesamts nur Sachverständige.
Ist der Holzwurm gefährlich für den Menschen?
Nein. Das Umweltbundesamt nennt den Gemeinen Nagekäfer einen reinen Materialschädling. Gefährlich kann er für die Standfestigkeit tragender Holzteile werden.
Kann der Holzwurm auf andere Möbel übergehen?
Das ist nicht auszuschließen, denn die ausgeflogenen Käfer können neues Holz befallen. Prüfen Sie deshalb benachbartes Holz und halten Sie verdächtige Stücke getrennt von anderen Möbeln. Trockene, beheizte Räume sind laut Umweltbundesamt für den Käfer ungünstig.
Wie lange lebt ein Holzwurm?
Die Entwicklung dauert im Mittel etwa zwei Jahre. Bei altem, nährstoffarmem Holz kann sie bis zu zehn Jahre dauern.
Hilft Heizen gegen den Holzwurm?
Das Umweltbundesamt sagt, dass warme, trockene Räume die Lebensbedingungen verschlechtern. Befallene Gegenstände können in einem zentral beheizten Wohnraum austrocknen. Bei verbautem Holz im Dach oder Keller ist das selten möglich. Dann hilft eine fachliche Beurteilung.
Wenn Sie unsicher sind, ob es Holzwurm, Hausbock oder ein alter Befall ist, können Sie sich über die Kontaktseite von Schädlingsexperte24 melden. Fotos von Löchern, Bohrmehl und befallenen Stellen erleichtern die Einschätzung.